Häufig gestellte Fragen

Vielleicht haben Sie schon das eine oder andere über das Bahnprojekt Harsewinkel — Gütersloh — Verl gehört und haben deswegen Fragen? Wir haben die Häufigsten hier gesammelt und beantwortet:

1899 gegründet, darf die Teutoburger Waldeisenbahn nicht nur gewöhnliche Menschen und Waren durch den Kreis Gütersloh transportieren: 1965 ist majestätischer Besuch an Bord. Die englische Königin Elisabeth II. und Seine königliche Hoheit Prinz Philip, Herzog von Edinburgh, fahren im Sonderzug auf das Gelände der Royal Air Force. Trotzdem rollt am 31. Oktober 1978 der letzte Personenzug über die Gleise.

Mehr als 40 Jahre später ergeben sich heute – bedingt unter anderem durch Bevölkerungswachstum, Verkehrswende und Klimawandel – ganz neue Mobilitäts-Bedürfnisse und Perspektiven.

Auch in Harsewinkel und Verl hat der Straßenverkehr enorm zugenommen. Damit Sie sicher und verlässlich mobil sind, profitieren Sie in Zukunft davon, dass die Schiene nicht von den Verhältnissen im Straßenverkehr abhängig ist – ein dickes Plus an Lebensqualität. Das gilt ganz besonders zu den Hauptverkehrszeiten und mit Ausblick auf weiter ansteigende Einwohnerzahlen. Hinzu kommen die folgenden Punkte:

  • Umwelt: ein funktionierender Schienenpersonennahverkehr ist eine Grundvoraussetzung für die angestrebte Verkehrswende
  • lt. Gutachten wird eine Einsparung von 6,028 Millionen gefahrenen Auto-km prognostiziert – pro Jahr
  • langfristig: Umgestaltungsmöglichkeiten von urbanen Lebensräumen durch deutliche Entlastung des Straßenverkehrsaufkommen und damit einhergehend die Parkplatzsituation, das bedeutet: mehr Lebensqualität

Die Kosten der Reaktivierung werden nach aktuellem Stand (August 2019) auf 34,5 Millionen Euro geschätzt – inklusive Sanierung der Gleise und technische Aufrüstung der Signal- und Sicherheitsanlagen. Weil das Land NRW einen hohen Anteil der Kosten übernimmt, müssen die drei Städte Harsewinkel, Gütersloh und Verl keine Zuschüsse leisten.

Die Beschlüsse zur Aufnahme in den ÖPNV-Bedarfsplan und den Finanzierungsplan NRW liegen vor, nun beginnt die technische Aufrüstung der Bahnstrecke. Der Start des Personennahverkehrs ist für den Fahrplanwechsel im Jahr 2023 geplant.

Ja – aber das ist nicht das Ende des Weges: Sie haben an mehreren Haltestellen die Möglichkeit, in Busse sowie in andere Nah- und Fernzüge umzusteigen. Von Harsewinkel aus erreichen Sie Versmold, aus Verl kommen Sie weiter nach Schloß Holte-Stukenbrock und Hövelhof, und in Gütersloh haben Sie Anschluss das Netz der Deutschen Bahn.

Es wird insgesamt 9 Halte geben:

Harsewinkel

  • Bahnhof
  • Marienfeld

Gütersloh

  • Blankenhagen
  • Hauptbahnhof
  • Carl-Miele-Straße
  • Die Welle
  • Spexard

Verl

  • Eiserstraße
  • Bahnhof

Die Bahnsteige werden als Seitenbahnsteig mit einer Länge von 110 Metern, einer Breite von 2,75 Metern und einer Höhe von 76 cm über der Schiene für den barrierefreien Einstieg gebaut. In Verl wird ein Mittelbahnsteig geprüft, um eine spätere Verlängerung des Personenverkehrs nach Hövelhof offenzuhalten.

Die Bahnhöfe Harsewinkel und Verl und der Halt in Marienfeld werden als Mobilstationen ausgebaut. Für die Haltepunkte Blankenhagen, Carl-Miele-Straße, Die Welle, Spexard und Eiserstraße laufen derzeit die Planungen.

Die Züge fahren voraussichtlich Montag bis Freitag ab etwa 5 Uhr, samstags ab 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 8 Uhr und immer bis 23 Uhr. Die genauen Bedienzeiten sollen sich auch an den Arbeitszeiten der zahlreichen Arbeitnehmer entlang der Strecke richten. Daher stimmen wir den Fahrplan auch mit Ihnen und Ihren Arbeitgebern ab.

Die Bahn auf der Strecke Harsewinkel — Gütersloh — Verl fährt im Stundentakt in jede Richtung mit streckenweise bis zu 80 km/h.

Eine Bahnfahrt auf der Strecke Harsewinkel — Gütersloh — Verl wird genauso viel kosten, wie eine Fahrt mit dem Bus. Für alle öffentlichen Verkehrsmittel gilt der WestfalenTarif.

Die Fahrten der Schnellbus-Linie 71 zwischen Harsewinkel und Gütersloh sowie die der Linie 73 zwischen Verl und Gütersloh entfallen nur dann, wenn die Bahn auf der Strecke Harsewinkel — Gütersloh — Verl fährt. Erschließungsfahrten im Busnetz und Busfahrten außerhalb des Zugbetriebes bleiben bestehen. Leistungen im Busbereich, die zukünftig entfallen, werden allerdings das bestehende Angebot auf den Linien 71 und 73 auf den Abschnitten Versmold–Greffen–Harsewinkel sowie Hövelhof–Kaunitz–Verl ergänzen. So wird dann von Versmold bis Gütersloh ein durchgehender Regionalbus im Stundentakt und zur anderen halben Stunde ein Schnellbus im Stundentakt mit Anschluss an den SPNV am Bahnhof Harsewinkel fahren. Andere eingesparte Leistungen werden in eine Ergänzung der Angebote auf der Linie 73 zwischen Kaunitz und Verl investiert.

Insgesamt 21 Bahnübergänge auf privaten Wegen und Feldzufahrten werden „entwidmet“, also: geschlossen. Die verbleibenden 55 werden mit modernen Lichtzeichenanlagen mit Halbschranken ausgestattet. So wird die Sicherheit erhöht und die lauten Pfeifsignale entfallen.

Die Bahnübergänge, die geschlossen werden sollen, sind im Wesentlichen Feldzufahrten und Privatwege. Mit langen Umwegen müssen Sie deswegen nicht rechnen, da der nächste Bahnübergang in der Regel nicht weiter als 300 Meter entfernt ist.

Zukünftig werden sich Güter- und Personenverkehrzüge die Strecke teilen. Tatsächlich ist es sogar so, dass die Infrastruktur für den Güterverkehr auf lange Sicht durch die Reaktivierung gesichert wird – ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Kreis.

Nein, das müssen Sie nicht. Für den Betrieb werden ökozertifizierte Motoren mit Akku- oder Wasserstoffantrieb eingesetzt. Außerdem entfallen durch Modernisierungen der Bahnübergänge die lauten Pfeifsignale.


Haben Sie noch eine Frage an uns?

Wir sind gespannt auf Ihre Rückmeldung und freuen uns, wenn wir Ihnen sachkundig helfen können: Sprechen Sie direkt mit Anja Stocksieker, Projektleitung beim Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), unter 0521 329433-26 oder mit Daniel Brinckmann, Projektleitung beim VerkehrsVerbund OstwestfalenLippe (VVOWL), unter 0521 329433-11 — oder schreiben Sie eine E-Mail.

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